Tuesday, June 26, 2012

Dani´s Film-Blog: Rabbit Hole

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Dani´s Film-Blog: Rabbit Hole
Jun 26th 2012, 13:18

Jahr: 2010

Regie: John Cameron Mitchell

Originalübersetzung: Kaninchenloch

Schauspieler:

  • Nicole Kidman ("Eyes Wide Shut", "In einem fernen Land", "Moulin Rouge", "The Hours", "Verliebt in eine Hexe", usw.)
  • Aaron Eckhardt ("Love Happens", "Ein Rezept zum Verlieben"; "The Dark Knight" usw.)
  • Dianne Wiest ("Birdcadge"; "Der Pferdeflüsterer", "Robots", "In Treatment"; "Zauberhafte Schwestern", "Edward mit den Scherenhänden" usw.)
  • uvm

 "Rabbit Hole" ist so ein Film, bei dem man sich von Anfang bewusst darüber werden muss, dass man ihn nicht als Abendunterhaltung mal eben so anschauen kann. Es ist einer dieser "anspruchsvollen" Filme mit einem sehr schwierigen Thema als Basis: Die Trauer um das eigene Kind und den Weg zurück ins Leben nach dessen Verlust.

Leider wurde dieses Thema sehr unzureichend umgesetzt. Der ganze Film lässt eine rote Linie vermissen und - das ist vielleicht das schlimmste daran! - es gelingt einem auch nicht wirklich, den Schauspielern ihre Rollen abzukaufen. Nicole Kidman läuft für mich unter dem Label "sie war stets bemüht", während Aaaron Eckhardt wenigstens ein wenig glaubhafte Darstellungen abgibt. Herausstechend war für mich einzig und allein der unbekannte Miles Teller in der Rolle von "Jason" - dem Unfallverursacher, ein siebzehnjähriger Junge, dessen Leben nun auf gewisse Weise ebenso zerstört ist wie das der Familie.

Einige Ansätze wurden gut dargestellt zu dem, was in Realität passiert, wenn man sein eigenes Kind beerdigen muss - die Isolation im sozialen Umfeld (wurde jedoch nur ganz leicht angekratzt, hier hätte man die schwierige Situation viel besser darstellen sollen und können, da sie einen großen Faktor in der Trauerarbeit darstellt!), die Hilflosigkeit der Menschen um einen herum- und auf der anderen Seite das viel zu schnelle "genervt sein", wenn man nach - in diesem Fall 8 Monaten - einiger Zeit immer noch trauert und Rücksichtnahme benötigt.

Die Wut, wenn Vergleiche gezogen werden, auf der anderen Seite jedoch auch die Verletzung und Kränkung, die man schnell ausspricht, weil man denkt, dass man der einzige Mensch auf der Welt ist, der leidet.
Die Tatsache, dass die Trauer um das eigene Kind nie ein Ende findet - und man am Anfang des Weges den Kopf säuerlich lächlend über die anderen schüttelt, die nach Jahren noch immer einen Weg suchen, ihre Trauer zu leben.

Zwei besonders gut dargestellte Szenen waren hier beispielsweise jene, als Becca und Howie (die Eltern des verstorbenen Jungen) in ihre Selbsthilfegruppe gehen und sich mit einem Paar unterhalten, das dort seit acht Jahren hingeht. Sie schütteln entsetzt den Kopf darüber - und sind sich nicht bewusst, dass auch sie nicht irgendwann "fertig" mit allem sein werden.

Eine andere Szene, die sehr gefühlvoll und gut dargestellt war, ist jene, als Beccas Mutter, die ihren Sohn selbst begraben musste (er starb an Heroinsucht) Becca erklärt, dass die Trauer niemals enden würde, der Schmerz nie aufhört - dass er nur erträglicher wird. Sie beschreibt den Schmerz wie einen Kieselstein, den man stets mit sich herumtrage - manchmal vergesse man ihn, manchmal kämen aber Tage, Stunden, Sitationen in denen er schwer in der Hand läge. Aber es sei okay so, denn der Kieselstein namens "Schmerz" sei zwar nicht das Kind, das man so schmerzlich vermisst, aber immerhin eine stetige Verbindung zu dem verlorenen geliebten Sohn.

Es gibt noch weitere gute Andeutungen - die unterschiedlichsten Weisen zu trauern: Beccas Mutter trauerte um ihren Sohn und trauert um ihren Enkel durch ihren Glauben, wie viele Paare in der Gruppe. Becca wütet hingegen gegen Gott und findet Erlösung darin, viel im Garten zu arbeiten, zu backen und zu kochen und sich möglichst schnell von den SAchen des kleinen Dannys zu lösen - in Hauruckaktionen räumt sie das Kinderzimmer aus, die Kindersachen in den Keller, gibt den Hund her, der Danny einst gehörte usw.
Ihr Mann hingehen findet seinen Weg darin, sich tröstlich mit den geliebten Erinnerungen an Danny zu beschäftigen, die ihm Trost und Kraft spenden - er schaut sich gerne alte Videos mit Danny an, seine Bilder am Kühlschrank, fühlt sich ihm im Kinderzimmer verbunden und möchte sich um Dannys geliebten Hund kümmern, da auch er eine Verbindung und Erinnerung an Danny für ihn ist.

Es wird gut dargestellt, dass all diese Wege der Verarbeitung ihr Vor- und Nachteile haben und von jedem zu akzeptieren sein sollten - dass man als Paar jedoch schnell an seine Grenzen stößt und sich auseinander zu leben beginnt, wenn man derart unterschiedlich trauert.

Auch die Unerträglichkeit, andere Kinder und glückliche Familien zu sehen... Momente, die man mit dem eigenen Kind nicht erleben wird, ist sehr gut dargestellt. So dreht Becca in einer Szene im Supermarkt völlig durch, als sie beobachtet, wie eine Mutter ihrem Sohn - der in etwa das ihres Sohnes hat - verbissen und sauertöpfisch einen Lutscher versagt. Als sie sich einmischt und die Frau fragt, ob sie Kinder habe, weiß sie nicht, was sie sagen soll. Daraufhin erntet sie ein verächtliches "wusste ich es doch" - und ohrfeigt die Frau wutentbrannt. Als Beccas Schwester eingreift und der verdatterten Mutter den Grund für Beccas seltsames Verhalten erklärt, ist diese völlig desinteressiert und zeigt nicht eine Spur Mitgefühl.
Auch das ist sehr gut und realistisch dargestellt.

So gibt es viele Ansätze, die gut dargestellt und umgesetzt sind. Aber irgendwie kommen sie alle nicht zum "Punkt". Der Film zieht sich dadurch wie ein Kaugummi und am Ende weiß man eigentlich nicht, was er einem nun sagen wollte und worauf er eigentlich hinausläuft. Es ist schon klar, dass es in diesem Film nicht unbedingt darum geht, eine abgeschlossene oder gar "glücklich" endende Geschichte zu erzählen. Ich finde es auch gut, dass am Ende kein "Happy End" angedeutet wurde, in dem Becca und Howie sich wieder versöhnen, ein weiteres Kind bekommen und glücklich werden... weil es so im wahren Leben eben auch nicht laufen wird, zumindest nicht so schnell und in dieser vollständigen Konsequenz.

Trotzdem ist sogar mir mit dem entsprechenden eigenen Background die Aussage des Filmes nicht wirklich klar geworden.

Dennoch: Daumen hoch dafür, dass sich mit diesem schwierigen Thema befasst wurde. Vielleicht sollte man das ganze mehr wie ein dokumentarisch-angehauchtes Filmthema sehen und weniger als "Film" verstehen.

Der Inhalt ist kurz gefasst: Becca und Howies Sohn Danny wurde durch einen Autounfall getötet. Sein Hund lief auf die Straße, er lief hinterher - der 17jährige Jason konnte nicht mehr ausreichend bremsen, Danny starb.

8 Monate später geht der Zuschauer einen kleinen Teil des Weges in der Trauer mit Becca und Howie, die auf sehr unterschiedliche Weisen trauern und damit auch an die Grenzen ihrer Beziehungsfähigkeit zu stoßen beginnen. Auch Jasons "Danach" wird dargestellt - wie hat er den Unfall verkraftet, was bedeutet es für ihn usw.

Der Name "Rabbit Hole" basiert auf einem Comic, den Jason malt und der mit dem Gedanken spielt, es könne Parallelwelten geben, in denen Kopien von uns und auch der unserer Lieben einen anderen Weg leben... in diesem Fall einen glücklicheren.

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