Was tun, wenn man als UN-Dolmetscherin zufällig mit anhört, wie über die Attentatspläne auf einen afrikanischen Regierungspolitiker gesprochen wird? Nicole Kidman spielt diese unfreiwillige Zeugin, deren Leben sich plötzlich in einen Albtraum verwandelt, nachdem sie sich hilfesuchend an die US-Behörden gewandt hat.
Die Dolmetscherin | Bild: ZDF / Phil Bray
Regisseur Sydney Pollack inszenierte 2005 mit “Die Dolmetscherin”, den das ZDF am Montagabend (17.09., 22.15 Uhr) zeigt, einen spannenden Polit-Thriller im Milieu der Vereinten Nationen, in dem sich Nicole Kidman mit Sean Penn als abgebrühtem Secret Service-Agenten, der sie schützen soll, in ein gefährliches Komplott verstrickt.
Zufällig wird die UN-Dolmetscherin Silvia Broome (Nicole Kidman) Zeugin eines in dem seltenen afrikanischen Dialekt “Ku” gehaltenen Gesprächs, in dem es um die geplante Ermordung des Regierungschefs von Maboto geht, bevor er eine kontroverse Rede vor den Vereinten Nationen halten kann.
Broome, die selbst in Maboto aufgewachsen ist, gehört zu den wenigen Menschen, die außerhalb Afrikas diesen Dialekt verstehen können, wendet sich hilfesuchend an die US-Behörden, die ihr den Secret Service-Agenten Tobin Keller (Sean Penn) zur Seite stellen – zu ihrem Schutz und zu ihrer Überwachung. Denn ab sofort ist nicht nur Silvias Leben in akuter Gefahr, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit, da Broome mit ihrer besonderen “afrikanischen Vergangenheit”, zu der auch starkes politisches Engagement gehörte, zunehmend unter Verdacht gerät, selbst in das Mordkomplott verwickelt zu sein.
Und so changiert die Beziehung des Agenten zu der Frau, die er bewachen, aber auch durchleuchten soll, zwischen Misstrauen und einer vorsichtigen Anziehung. Gegensätzliche Weltanschauungen, persönliche Geheimnisse und die wachsende Paranoia innerhalb einer Institution, die sich dem friedlichen Umgang aller Nationen miteinander verschrieben hat, entwickeln sich zu einem explosiven Gemisch, das zu einer internationalen Krise auszuwachsen droht und bald mehrere Menschen das Leben kostet.
Mit “Die drei Tage des Condor” hatte Altmeister Sydney Pollack 1975 bereits einen Klassiker des Polit-Thrillers inszeniert, bevor er nach zwei Romanzen (“Begegnung des Schicksals” und “Sabrina”) mit seiner letzten Regiearbeit wieder zu diesem Genre zurückkehrte.
Im Gegensatz zu seinem an den harten UN-Richtlinien gescheiterten Vorgänger Alfred Hitchcock, der für “Der unsichtbare Dritte” seinerzeit keine Drehgenehmigung im UN-Gebäude erhalten hatte, gelang es Pollack als erstem Regisseur überhaupt, vom damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, die Erlaubnis zu erhalten, in den “heiligen Hallen” der UN zu drehen. Von den Schauplätzen abgesehen, ist die Geschichte ansonsten vollkommen fiktiv:
Weder existiert in Afrika ein Land namens Matobo, noch gibt es den Dialekt “Ku”, der eigens für diese Produktion aus Anleihen an den in Ost- und Südafrika gesprochenen Bantusprachen “kreiert” wurde.
Pollack, der 2008 im Alter von 73 Jahren an Magenkrebs starb, gehörte zu den prominentesten und vielseitigsten amerikanischen Regisseuren, der sein ganzes Leben hindurch immer wieder auch als Schauspieler arbeitete (“Michael Clayton”, “Eyes Wide Shut”, “Ehemänner und Ehefrauen”). Als junger Schauspieler hatte er seinen lebenslangen Freund Robert Redford kennen gelernt, den er in sieben seiner eigenen Filme besetzte, darunter Welterfolge wie der Oscar prämierte “Jenseits von Afrika”, “Der elektrische Reiter”, “Die drei Tage des Condor”.
Pollack, der als Schauspieler wie als Regisseur in vielen Genres zu Hause war, inszenierte darüber hinaus mit der für zehn Oscars nominierten Geschlechterkomödie “Tootsie” einen Klassiker des Genres, der ganz neue Facetten aus seinem Star Dustin Hoffman herauslockte. Pollack, der Darsteller, Autor, Regisseur und Produzent, war Zeit seines Lebens ein Mann der großen Kinogeschichten.
Mehr News zu: Nicole Kidman
Source:
http://www.showbiz.de/tv/nicole-kidman-ist-die-die-dolmetscherin-139940.html